FAIRE LE MUR
Ortsspezifische Installation, Bergerac, 2018
»Faire le mur« ist eine französische Redewendung und bedeutet, einen Ort ohne Erlaubnis zu verlassen, auszubüxen oder sich heimlich zu entfernen. Wörtlich verweist der Ausdruck zugleich auf eine Mauer und damit auf eine Grenze, die überwunden werden muss. Die gleichnamige Installation in der Rue des Fontaines in Bergerac überträgt diese Bedeutung auf eine Intervention im öffentlichen Raum.
Drei Wochen lang spannte sich eine schwarze Stofffläche über die gesamte Breite der Straße bis zur Traufhöhe der angrenzenden Gebäude. Durch eine Öffnung im Stoff konnten Passant*innen die Barriere durchqueren und auf die andere Seite gelangen. Die Barriere wurde damit zugleich zum Durchgang und zur Bühne: Je nach Blickwinkel erschienen Personen einzeln oder in Gruppen durch die Öffnung oder verschwanden wieder dahinter. Die Intervention veränderte so nicht nur die Wahrnehmung des Ortes, sondern machte auch alltägliche Bewegungen im Stadtraum sichtbar. Zugleich markierte die Installation den Übergang zwischen der Innenstadt und einem sozial benachteiligten Außenbezirk und machte damit eine im Stadtraum ansonsten kaum sichtbare soziale Grenze erfahrbar.







